Stadtanzeiger Breisach

Bildung mit Hirn, Herz und Hand

Die Schülersprecher Zoe Schillinger und Dennis Colletti übergeben Abbé Alphonse einen Scheck der SMV

Abbé Alphonse stellt sein Schulprojekt an der Breisacher Realschule vor

Die Schülersprecher Zoe Schillinger und Dennis Colletti übergeben Abbé Alphonse einen Scheck der SMV

Die Schülersprecher Zoe Schillinger und Dennis Colletti übergeben Abbé Alphonse einen Scheck der SMV

Der Burundi-Abend an der Hugo-Höfler-Realschule Breisach interessierte nicht nur die Schüler, Lehrer und Eltern der Schule. Aus der näheren und weiteren Umgebung, bis hin zum Elsass waren Besucher gekommen. Markus Rupp, Konrektor der Schule freute sich über das große Interesse und versprach einen mitreißenden Abend. Besonders begrüßte er natürlich einen alten Bekannten der Schule, Abbé Alphonse, der schon mehrfach Schüler über sein Projekt informiert hatte. 

Abbé Alphonse studierte zunächst in Burundi Theologie und Philosophie und wurde 1990 zum Priester geweiht. Nach einer schweren Verletzung während des blutigen Bürgerkriegs in seinem Land kam er Mitte der 1990er Jahre nach Deutschland. Obwohl er hier seine Doktortitel machte und sogar die Lehrerlaubnis für Hochschulen erhielt, entschied er sich nach Burundi zurückzugehen. Er gründete dort die Ecole Mahoro (Friedensschule) – das Projekt, das das Hauptthema des Burundi-Abends war.

Burundi ist eines der ärmsten Länder der Welt. Noch heute – zwanzig Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs – ist die politische Lage unsicher. Aber Burundi ist auch ein Land, das schöne Landschaften und ein angenehmes Klima zu bieten hat. Neben Christen, die die Mehrheit bilden, gibt es auch Muslime und noch wenige Anhänger von Naturreligionen. Das Zusammenleben der Religionen ist dabei weniger problematisch, als das der Menschen mit unterschiedlicher Stammesherkunft. Abbé Alphonse wird nicht müde zu sagen, dass alle Probleme des Landes nur durch die Bildung gelöst werden können. Sein Motto für die Schule lautet dabei „Hirn, Herz und Hand“. „Zu Beginn ist jede Entwicklung nur eine Idee. Wir müssen sie dann umsetzen und immer auch unser Herz, unsere Werte und religiösen Vorstellungen dabei berücksichtigen“, erklärte er diese drei Begriffe.

Seine Friedensschule ist inzwischen ein großes Schulzentrum geworden. „Wir haben einen Kindergarten, eine Grundschule und ein Gymnasium sowie eine Berufsschule. Jetzt wollen wir noch ein Mädcheninternat bauen und wir brauchen eine Bibliothek“, so der Gründer. Auch eine gemeinsame Kirche ist ein großes Ziel. Stolz zeigte Abbé Alphonse Fotos von den Klassenräumen, von der Mensa und von den vielen Schülern in ihren Schuluniformen. Einige hatten die „kleinen Sonnen“ umgehängt – einfache Solarlampen, die es den Schülern erlauben, auch dann noch zu lernen, wenn es gegen 18 Uhr dunkel geworden ist. Einige von ihnen wurden in den letzten Jahren von der SMV der Hugo-Höfler-Realschule gespendet. Auch an diesem Abend überreichten die beiden neuen Schülersprecher der Schule, Zoe Schillinger und Dennis Coletti, einen Scheck der SMV.

Der Höhepunkt des Abends war dann der Auftritt von Abbé Alphonse und seiner Trommelgruppe. Gesang, Tanz und das Trommeln bildeten dabei eine Einheit, die die Besucher des Abends mitriss. Auch wenn der katholische Priester darauf hinwies, dass sie alle keine Profis seien, konnte man sich nach der Vorführung ein bisschen mehr erklären, warum die Trommelkunst Burundis zum Weltkulturerbe erklärt worden ist.

Am Ende des Abends bedankte sich Markus Rupp noch ganz besonders bei der Klasse 8d von Klassenlehrer Stefan Keintzel für das leckere Buffet. Alle Spenden dafür kommen der „Ecole Mahoro“ zu Gute. Rupp zeigte sich überzeugt davon, dass die Unterstützung des Schulprojekts in Burundi auch weiterhin in der Hugo-Höfler-Realschule verankert sein wird.

Regina Maußner

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