Breisach Aktuell

BI gegen Bahnlärm kritisiert neue Zugzahl-Prognosen

Als „Trugschluss“ bezeichnet die Bürgerinitiative „MUT“, die den Lärmschutz beim Bau des dritten und vierten Gleises für den Güterverkehr im Auge hat, neue Prognosezahlen des Bundesverkehrsministeriums. Schon der Regionalverband hatte darauf hingewiesen, dass die Zahlen nicht dazu führen dürfen, den ausgehandelten optimalen Lärmschutz entlang von Wohngebieten im Breisgau und im Markgräferland zu verringern und niedrigere Schallschutzwände und weniger Lärmschutz-Galerien zu bauen (wir berichteten). Die Bürgereinitiative „MUT“ lobt die Erklärung des Regionalverbandes ausdrücklich.

Transparent der Bürgerinitiative MUT

In der neuen Prognose für das Jahr 2030 werden längere Güterzüge vorausgesetzt, mit einer Standardlänge von 740 Metern (bisher 600 Meter). Auf Anfrage dieser Zeitung hat der MUT-Vorsitzende Roland Diehl hervorgehoben, die Zahl der Züge nehme bei größerer Länge zwar ab, aber dadurch werde es „natürlich nicht leiser.“ Es sei eine einfache Rechnung. Bisher ging die Prognose für 2025 von einer Gesamtzuglänge täglich von 190.200 Metern aus – täglich mit 317 Güterzügen. Die neue Prognose ergibt bei 264 Güterzügen eine Gesamtlänge von 195.360 Metern. Roland Diehl: „Damit nimmt die Lärmbelastung zu, obwohl die Zugzahl abnimmt.“

„Das ist alles nur Kaffeesatzleserei“

Erschwerend kommt laut Diehl hinzu, dass die Achslast der Güterwagen steigen wird und sich Geschwindigkeit und Zahl der Betriebstage von 255 auf 285 pro Jahr erhöht. All das seien Gründe dafür, dass die Region an den im Projektbeirat Rheintalbahn im Juni 2015 vereinbartem Lärmschutz festhält „und sich nicht ständig von der Kaffeesatzleserei neuer Zugzahlen-Prognosen verunsichern lasst“. Politisches Ziel sei erklärtermaßen, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen. Auch wenn die Güterzüge durch technische Entwicklung leiser werden, so Diehl, nehmen die Güterzugzahlen auch zu. Das heiße für die Region: „Wehret den Anfängen“. Es schade nichts, wenn der Schutz vor Schienenlärm etwas besser ausfallen könnte. Schließlich werde der neue Bahnkörper vermutlich 200 Jahre stehen und die nächsten sieben bis acht Generationen „mit seinem unvermeidlichen Bahnlärm beglücken“.

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