Markgräfler Bürgerblatt

Berufsschulzentrum Müllheim – Offener Brief der Kreisräte nach Stuttgart

Müllheim. Die Kreisräte Monika Eitel, Dora Pfeifer-Suger, Dr. Martin Richter und Gerhard Just haben sich besorgt in einem offenen Brief an Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann gewandt. Gegenstand ihrer Sorge ist die zukünftige Entwicklung des „Berufschulzentrums Müllheim und somit auch unserer Stadt als Mittelzentrum“.
Aufgrund des Urteils des Verwaltungsgerichts müsse Stuttgart die Situation neu bewerten, wobei „schulische und finanzielle Belange dabei im Vordergrund“ stünden. Die Räte mahnen jedoch, dass dabei die „Rahmenbedingungen und das schulische Umfeld sicher nicht außeracht gelassen“ werden dürfe.
Müllheims umfassendes Bildungsangebot gehöre zu den „weichen Faktoren“ – eine Minderung würde also nicht nur Schulen und SchülerInnen direkt treffen sondern auch die Entwicklung des Ortes als „starken Industrie- und Gewerbestandort mit vielen Beschäftigten“.
Eine Verlagerung bestimmter Bildungsangebote führe zu „einem Verlust von SchülerInnen“ insbesondere aus der Region südlich Müllheims: Diese SchülerInnen, „die die Profile Gesundheit und Pflege oder kaufmännische Klassen belegen, werden den weiten Weg nach Bad Krozingen scheuen und sich nach Süden orientieren“.
Die Folgen eines neuzubauenden beruflichen Schulzentrums in Bad Krozingen beschreiben die Kreisräte wie folgt: Es stelle sich als bedrohliches Szenario dar, beinhalte es doch den Abzug von zunächst etwa der Hälfte SchülerInnen, großen Teilen der Kaufmännischen Schule und des Bereiches Hauswirtschaft/Gesundheit- Pflege sowie eines Zuges des Sozialpädagogischen Gymnasiums der Georg Kerschensteiner Schule. Es sei vorgesehen, fast ausschließlich Ganztagsbildungsgänge nach Bad Krozingen zu verlegen, was für die Zukunft der Georg-Kerschensteiner-Schule problematisch sei.
Die Gemeinden Badenweiler (das allein über 800 Betten in Rehakliniken verfügt) und Bad Bellingen, so die Räte weiter, teilten diese Bedenken. Die Leitung der Heliosklinik sei ebenfalls in großer Sorge um zukünftige Auszubildende.
Der Verlust großer Teile der Kaufmännischen Schule und Teilen der Georg-Kerschensteiner-Schule bedeute darüberhinaus eine Schwächung des Wirtschaftsstandortes Müllheim. Mehrfach wurde nachgewiesen, dass die Realisierung des Raumfehlbedarfs auch in Müllheim stattfinden könnte, sowohl auf dem Schulgelände und einem anschließenden Parkplatz der Stadt Müllheim, als auch auf einem von der Stadt zur Verfügung gestellten Grundstück im Bereich des Schulzentrum 1.

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