Markgräfler Bürgerblatt

Bei uns und im Elsass geht’s voran

Expertinnen für Regionalvermarktung: Kathrin Leininger, Vizepräsidentin der Landfrauen in Südbaden aus Vogtsburg-Oberrrotweil (l.), und Anne-Katrin Peters (Breisach) beim Informationsabend im Badischen Winzerkeller. Foto: Homann

Regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte

Breisach. Die Vermarktung bäuerlicher Regionalprodukte, die Vorteile gesunder Ernährung mit dem, was in der Region gewachsen ist, die Förderung von Direktverkauf und gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft – dies alles wird beiderseits des Rheins im Elsass und in Südbaden praktiziert. Und war Inhalt eines Informationsabends im Badischen Winzerkeller mit an die 200 Besuchern, den das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald veranstaltet hat und den Reinhold Treiber vom Naturgarten Kaiserstuhl moderierte.

Stichwort gemeinschaftsgetragene Landwirtschaft: Im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald ist der Luzernenhof mit Stall und Käserei im Dorf Seefelden zwischen Heitersheim und Müllheim ein Beispiel. Eine wachsende Anzahl von Familienhaushalten sagt jährlich Zahlungen von 200.000 Euro zu und erhält dafür frische Produkte vom Hof und aus der Käserei. Das gibt dem Landwirt Johannes Suppenkemper Planungssicherheit. Angestrebt sind 180 teilnehmende Haushalte. Ähnliches organisiert sich im Sundgau im Elsass in der Organisation ‚AMAP‘, die elf Orte und 25 Landwirte vereinigt. Auch hier zahlen die Teilnehmer im Voraus für die Produkte, im Gegenzug erhalten sie regelmäßig Kisten mit Obst, Gemüse, Fleisch und Käse direkt von den Erzeugern. Frankreichweit ernähren sich so nach den Worten von Frédéric Schwab schon 1,2 Millionen Franzosen.

Die Direktvermarktung ist oft Sache der Frauen auf den Höfen. Welche Bildungsarbeit im Blick auf die Führung von Hofläden zum Beispiel geleistet wird, schilderte Kathrin Leininger aus Vogtsburg-Oberrotweil. Sie ist Vizepräsidentin des Landfrauenverbandes Südbaden und hat zum Ziel, die Arbeit von Landfrauen zu professionalisieren. „Landfrauen“, sagt sie, „sind die Botschafterinnen der Regionalisierung“.

Regional bedeutet aus Sicht von Anne-Katrin Peters vom Forum „ernähren, bewegen, bilden“ im Landratsamt einen Umkreis von „30 – 50 Kilometer“. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, die Vorteile gesunder Ernährung mit regionalen Produkten Kindern, aber auch Erwachsenen und Hobbyköchen ganz praktisch in einer Schulungsküche in Breisach zu vermitteln. Dort wird unter dem Motto „vom Acker zum Teller“ gekocht. Eine Internetplattform zum Entdecken der Anbieter regionaler Produkte, wie sie im Elsass als „maferme68.fr“ existiert, steht ihr noch nicht zur Verfügung. (uh)

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