Breisach Aktuell

Aussicht auf einen neuen Rheinübergang

EDF-Stauwehr Burkheim-Marckolsheim:

Burkheim. Zwischen Kaiserstuhl und Elsass bahnt sich ein neuer Brückenschlag an – eine gute Nachricht in einem Europa, dessen Zusammenarbeit derzeit zu wünschen übrig lässt. Elsässische und südbadische Akteure machen jetzt Druck, damit bei Burkheim beim Stauwehr der Electricite de France (EDF) die Möglichkeit geschaffen wird, Rhein und Grenze mit dem Fahrrad oder als Fußgänger überqueren zu können.
Wer sich die Situation am Stauwehr anschaut, wundert sich, warum hier bisher noch kein Übergang erlaubt ist. Entlang des Stauwehrs ist ein Weg geteert, der sich ideal als Radweg eignen würde. Es fehlt jedoch die Anfahrtsmöglichkeit von Vogtsburg-Burkheim und die Abfahrt auf der französischen Rheininsel, die das Stauwehr mit der deutschen Seite verbindet. Das alles ist ein Beispiel für die Mühsal beim Ausbau grenzüberschreitender Verbesserungen. Seit 16 Jahren existiert die Idee, hier die Rheinüberschreitung zu ermöglichen – doch noch immer ist die länderübergreifende Selbstverständlichkeit nicht Wirklichkeit geworden.
Jetzt kommt Bewegung in diese Mobilitätsfrage. Vor kurzem unterzeichneten 22 französische und deutsche Repräsentanten von Kreisen, Städten, Gemeinden, Behörden und Verbänden beiderseits des Rheins eine Vereinbarung, die zum Inhalt hat, diese neue Grenz-und Rheinüberquerung möglichst kurzfristig zu realisieren. “Brücken sollen verbinden, nicht abgrenzen”, sagte Sasbachs Bürgermeister Jürgen Scheiding. Benjamin Bohn, Amtskollege in Vogtsburg, hofft, dass das Projekt “zügig vorankommt und in wenigen Jahren ein Band durchschnitten werden kann”. Bohn hat dafür eine besondere Verantwortung: er ist als stellvertretender Vorsitzender in den deutsch-französischen Lenkungsausschuss berufen, der mit der Verabschiedung der gemeinsamen Erklärung zur Realisierung des Radwegs ins Leben gerufen wurde. Dass die jetzt greifbar ist, liegt daran, dass das französische Energieunternehmen EDF als Betreiber des Stauwehrs eine Nutzung für den grenzüberschreitenden Rad- und Wanderweg in Aussicht gestellt hat und sich nicht mehr querlegt. Schwierig ist nach wie vor die Frage, welche Sicherheitsbestimmungen zugrundegelegt werden müssen. Finanziert werden soll das Projekt über Mittel der Europäischen Union im Rahmen des sogenannten Interreg-Programms. Drei Stufen sind geplant. Als erstes die Einrichtung eines Radwegs über das EDF-Stauwehr mit Verbindung zum französischen Straßennetz, und in letzter Konsequenz eine durchgängige Radfahr-Verbindung zwischen Sasbach auf der deutschen und Marckolsheim auf der französischen Seite. (uh)

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